2026-07-30
Der LDES-Politikrahmen der britischen Regierung zielt darauf ab, Projekten durch seinen innovativen „Cap-and-Floor“-Mechanismus Preissicherheit zu bieten, der Investitionen in Energiespeicherlösungen fördern soll, die die Intermittenz erneuerbarer Energien bewältigen können. Im Gegensatz zu Kurzzeitspeichern können LDES-Systeme acht Stunden oder länger eine konstante Stromversorgung liefern und spielen eine entscheidende Rolle bei der Netzstabilisierung und Energiesicherheit bei extremen Wetterereignissen.
Die Umsetzung der Politik steht jedoch unter Beobachtung. Der vorgeschlagene Umfang des ersten Beschaffungsfensters (2,7-7,7 GW für Systeme mit 8+ Stunden) und die Dominanz von Lithium-Ionen-Batteriespeichersystemen (BESS) unter den qualifizierten Projekten (70 % der Einreichungen) haben die Branchengespräche intensiviert.
Während des Panels „Driving LDES Forward: Golden Time for Investment?“ auf dem London Energy Storage Summit 2026, der von Solar Media veranstaltet wurde, warnten prominente Entwickler und Technologieanbieter überwiegend vor einer übermäßigen anfänglichen Beschaffung.
Nick Provost, Sales Manager bei Trina Storage, äußerte sich verhalten optimistisch: „Während das Cap-and-Floor-Design die notwendige Investitionssicherheit bietet, birgt eine Überdimensionierung der ersten Beschaffung unbeabsichtigte Folgen. Frühe Kostensteigerungen könnten die Verbraucher belasten, während die Bindung übermäßiger Kapazitäten die Innovation ersticken könnte. Wir empfehlen 2-3 GW als optimalen Ausgangspunkt.“
Brian Perusse, UK & Ireland Managing Director bei Fluence, sprach sich für inkrementelles Wachstum aus: „Häufigere, kleinere Beschaffungen würden eine bessere Marktanpassung ermöglichen. Ich bevorzuge wiederkehrende 3-GW-Zuteilungen gegenüber einer sofortigen 7-GW-Verpflichtung, um kontinuierliches Lernen bei gleichzeitiger Risikominimierung zu ermöglichen.“
Bex Sherwood, Development Lead bei Field, hob technologische Überlegungen hervor: „Die aktuelle Politik konzentriert sich auf den Intraday-Bedarf, aber längerfristige Lösungen für wöchentliche oder saisonale Speicher sind noch unreif. Wir müssen Raum für aufkommende Technologien schaffen, die zukünftige Anforderungen besser erfüllen könnten.“
John Sturman, Geschäftsführer bei NatPower, präsentierte ein Gegenargument: „Für Lithium-Ionen-BESS, die wir bereits mit Laufzeiten von 2 Stunden einsetzen, stellt die Skalierung auf 8 Stunden keine neuen Herausforderungen dar. Die Priorität sollte darin bestehen, kurzfristige Projekte in Netz-Warteschlangen zu ersetzen. Eine Beschaffung von 2 GW wäre für unsere Clean Power 2030-Ambitionen völlig unzureichend – mit Lithium-Ionen können und sollten wir aggressiv vorgehen.“
Die Debatte spiegelt grundlegende Spannungen wider zwischen:
Das Vereinigte Königreich steht bei der Gestaltung einer Politik, die Folgendes bewirkt, vor komplexen Kompromissen:
Die Beschaffungsentscheidung der Regierung wird entscheidende Präzedenzfälle für die Energiespeicherpolitik weltweit setzen und diese Debatte von internationaler Bedeutung machen.
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